Innentüren streichen: So kalkulieren Sie Kosten, Material und Aufwand in der Mietwohnung
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Innentüren streichen: So kalkulieren Sie Kosten, Material und Aufwand in der Mietwohnung
Vergilbte oder verkratzte Innentüren lassen eine Wohnung schnell ungepflegt wirken, auch wenn Wände und Boden noch in Ordnung sind. Wer selbst streicht, spart gegenüber dem Malerbetrieb deutlich, muss aber Lackaufbau, Schleifen, Trocknungszeiten und Mietrecht sauber planen.
Der Kostencheck zeigt, was eine Standard-Innentür in einer deutschen Mietwohnung realistisch kostet, wann sich neue Beschläge lohnen und wo typische Mehrkosten entstehen.
Auf einen Blick
- Für eine Standardtür mit Türblatt, Zarge und einer Seite kalkulieren Sie beim Selberstreichen meist 45 bis 85 EUR Materialkosten.
- Ein Malerbetrieb liegt je nach Zustand, Lackart und Region häufig bei 180 bis 350 EUR pro Tür inklusive Zarge.
- Typische Türblattmaße nach DIN 18101 liegen zum Beispiel bei 198,5 cm Höhe und 86,0 cm Breite, in Altbauwohnungen kommen Sondermaße vor.
- In der Mietwohnung sollten Farbe, Zustand bei Einzug und Rückbaupflicht vorab mit Mietvertrag und Vermieter abgeglichen werden.
Kosten realistisch kalkulieren: DIY oder Malerbetrieb?
Bei Innentüren entstehen die Kosten nicht nur durch den Lack. Schleifmittel, Reiniger, Abdeckmaterial, Grundierung, Pinsel, Rolle und eventuell neue Drückergarnituren machen den Unterschied zwischen einer günstigen Auffrischung und einer kleinen Renovierungsmaßnahme.
In einer 75 m² Altbauwohnung in Hamburg mit fünf weiß lackierten Kassettentüren kann der Unterschied erheblich sein. Streichen Sie selbst, landen Sie bei etwa 250 bis 420 EUR Materialkosten für alle Türen. Beauftragen Sie einen Malerbetrieb, sind 900 bis 1.750 EUR realistisch, vor allem wenn Zargen, Profile und alte Lackschichten aufwendig vorbereitet werden müssen.
Preisrahmen pro Tür beim Selbermachen
Für eine glatte Standardtür im Neubau mit 198,5 x 86 cm Türblatt reichen oft 375 ml bis 750 ml Acryllack. Ein guter wasserbasierter Tür- und Fensterlack kostet im Baumarkt meist 18 bis 32 EUR pro 750 ml. Für eine stark saugende oder angeschliffene Fläche kommt eine Haftgrundierung für 12 bis 20 EUR pro 750 ml dazu.
Schleifpapier in Körnung 120 und 180 kostet etwa 4 bis 8 EUR pro Packung. Eine Lackrolle aus Schaum oder Flock mit Bügel liegt bei 6 bis 14 EUR. Malerkrepp, Abdeckvlies und Entfetter kosten zusammen schnell weitere 12 bis 25 EUR.
Preisrahmen beim Malerbetrieb
Ein Fachbetrieb kalkuliert neben Material auch Abkleben, Demontage, Schleifen, Lackieren, Zwischenschliff, Trocknung und Anfahrt. Für eine glatte Innentür inklusive Zarge sind in vielen Regionen 180 bis 250 EUR üblich. Kassettentüren, dunkle Altanstriche oder beschädigte Zargen können 250 bis 350 EUR pro Stück kosten.
In Ballungsräumen wie München, Frankfurt oder Stuttgart liegen Angebote häufig höher als in ländlichen Regionen. Holen Sie bei mehreren Türen immer einen Festpreis pro Tür inklusive Zarge ein, nicht nur einen Stundensatz.
Wann Austausch günstiger sein kann
Eine einfache weiße Röhrenspantür aus dem Baumarkt kostet oft 55 bis 120 EUR ohne Beschläge, allerdings nur bei passenden Normmaßen. Kommt eine neue Zarge hinzu, liegen günstige Komplettsets häufig bei 160 bis 300 EUR. Montage, Kürzen, Türbandanpassung und Entsorgung sind dann noch nicht enthalten.
Bei sehr beschädigten Türen in Eigentumswohnungen kann Austausch sinnvoll sein. In der Mietwohnung ist ein Austausch ohne Zustimmung des Vermieters riskant, weil Türblatt, Zarge und Beschläge meist zur Mietsache gehören.
Materialliste mit konkreten Preisen
Für eine saubere Oberfläche ist ein wasserbasierter Acryllack für Innenräume meist die praktische Wahl. Er riecht weniger stark als lösemittelhaltiger Kunstharzlack, trocknet schneller und vergilbt bei weißen Türen erfahrungsgemäß weniger stark. Für stark beanspruchte Türen im Flur sollten Sie auf hohe Stoß- und Kratzfestigkeit achten.
Wenn Sie gleichzeitig Wände renovieren, planen Sie die Reihenfolge so, dass Schleifstaub nicht auf frischer Wandfarbe landet. Mehr zur sinnvollen Abfolge finden Sie im Ratgeber Wände streichen in der Mietwohnung.
Micro-BOM für eine glatte Standard-Innentür inklusive Zarge:
| Position | Menge | Richtpreis |
| Wasserbasierter Türlack weiß seidenmatt | 750 ml | 26 EUR |
| Haftgrund oder Vorlack | 750 ml | 16 EUR |
| Lackrolle, Pinsel, Farbwanne | 1 Set | 18 EUR |
| Schleifpapier, Entfetter, Malerkrepp | 1 Set | 15 EUR |
| Summe DIY pro Tür | ohne neues Schloss | 75 EUR |

Schrittfolge und Zeitaufwand pro Tür
Der größte Fehler ist, sofort mit Lack zu starten. Türen haben Fettspuren an Griffhöhe, alte Putzmittelreste und kleine Macken, die unter neuem Lack stärker auffallen als vorher. Saubere Vorbereitung entscheidet über Haltbarkeit und Optik.
1. Beschläge entfernen und Fläche prüfen
Türgriff, Rosetten und möglichst auch das Einsteckschloss sollten demontiert werden. Eine einfache Drückergarnitur lässt sich meist mit Inbusschlüssel und Schraubendreher lösen. Wenn Beschläge stark verkratzt sind, kostet eine neue Garnitur für Innentüren etwa 18 bis 45 EUR, hochwertigere Modelle liegen bei 60 bis 120 EUR.
Prüfen Sie die Kanten unten und oben. In Altbauten sind Türblätter manchmal verzogen oder wurden schon mehrfach überlackiert. Bei schleifenden Türen muss zuerst die Ursache geklärt werden: Lackaufbau, abgesackte Bänder oder ein unebener Boden.
2. Reinigen, anschleifen, ausbessern
Reinigen Sie die Tür mit Anlauger oder mildem Entfetter. Danach schleifen Sie den Altanstrich mit Körnung 120 bis 180 matt an. Ziel ist nicht, den kompletten alten Lack zu entfernen, sondern eine tragfähige, griffige Oberfläche zu schaffen.
Kleine Dellen füllen Sie mit 2K-Holzspachtel oder Acrylspachtel für Innenbereiche. Eine Tube oder Dose kostet etwa 6 bis 14 EUR. Nach dem Trocknen wird fein nachgeschliffen, sonst zeichnet sich jede gespachtelte Stelle im Streiflicht ab.
3. Grundieren und lackieren
Bei dunklem Altanstrich, rohem Holz, MDF-Kanten oder unbekanntem Lack ist eine Haftgrundierung sinnvoll. Nach dem Trocknen erfolgt ein leichter Zwischenschliff mit Körnung 180 bis 240. Danach tragen Sie den Lack dünn mit Rolle auf und ziehen Kanten und Profile mit dem Pinsel nach.
In der Praxis liefern zwei dünne Lackschichten fast immer ein besseres Ergebnis als eine dicke Schicht. Rechnen Sie pro Türseite mit etwa 20 bis 30 Minuten Arbeitszeit für Lackieren, zusätzlich Reinigung, Schleifen und Trocknung. Eine komplette Tür mit Zarge benötigt als DIY-Arbeit meist 3 bis 5 aktive Stunden, verteilt auf ein bis zwei Tage.
4. Trocknung nicht unterschätzen
Auch wenn Lack nach 4 bis 6 Stunden staubtrocken wirkt, ist er oft noch nicht durchgehärtet. Türen sollten in den ersten Tagen vorsichtig geschlossen werden, damit Dichtungen und Falze nicht verkleben. Bei Bad- oder Küchentüren ist gute Lüftung wichtig, damit Feuchtigkeit die frische Oberfläche nicht belastet.
Wenn Sie empfindlich auf Lackgeruch reagieren, wählen Sie wasserbasierte Produkte und planen Sie das Streichen bei mildem Wetter. Praktische Lüftungsroutinen finden Sie unter Lackgeruch schnell entfernen.
Mietwohnung: was erlaubt ist und was Sie vorher klären sollten

In einer Mietwohnung gehören Innentüren und Zargen in der Regel zur Mietsache. Ein neutraler weißer Erhaltungsanstrich ist meist unproblematischer als eine kräftige Farbe wie Schwarz, Dunkelgrün oder Rot. Entscheidend sind Mietvertrag, Übergabeprotokoll und der Zustand bei Einzug.
Die DIN 18101 regelt gängige Türblattgrößen und Zargenmaße im Wohnungsbau. Für Mieter ist das relevant, wenn über Austausch statt Streichen nachgedacht wird. Gerade im Altbau passen neue Standardtüren nicht immer ohne Anpassung in alte Zargen.
Schönheitsreparatur oder bauliche Veränderung?
Das reine Streichen vorhandener lackierter Innentüren wird meist als Schönheitsreparatur betrachtet. Das Abschleifen bis aufs Holz, das Kürzen eines Türblatts oder der Austausch einer Zarge geht deutlich weiter. Dafür sollten Sie vorab eine schriftliche Zustimmung einholen.
Typischer Fehler in deutschen Altbauwohnungen: Mieter streichen historische Kassettentüren mit ungeeignetem Dickschichtlack, ohne alte Lacknasen und Profilkanten sauber zu schleifen. Das Ergebnis wirkt fleckig, Türen schließen schlechter und eine spätere fachgerechte Aufarbeitung wird teurer.
Farbwahl und Rückgabe der Wohnung
Wer in der Mietwohnung auffällige Farben wählt, muss bei Auszug häufig mit Diskussionen rechnen. Neutrale helle Farbtöne sind sicherer. Bewahren Sie Rechnungen und Farbangaben auf, etwa RAL 9016 oder RAL 9010, damit spätere Ausbesserungen nicht sichtbar abweichen.
Bei sehr alten Lacken kann ein Test an unauffälliger Stelle sinnvoll sein. Blättert der Lack beim Klebebandtest ab, reicht Anschleifen nicht aus. Dann wird die Vorbereitung aufwendiger und ein Fachbetrieb kann wirtschaftlicher sein.
Zusatzkosten: Beschläge, Dichtungen, Schäden und Sonderfälle
Nicht jede Tür braucht neue Beschläge. Aber vergilbte Kunststoffrosetten, lose Griffe oder schwergängige Schlösser stören eine frisch lackierte Tür deutlich. Ein einfaches Einsteckschloss für Zimmertüren kostet etwa 9 bis 25 EUR, ein WC-Schloss 15 bis 35 EUR.
Türdichtungen sind ein weiterer Kostenpunkt. Eine umlaufende Dichtung kostet je nach Profil und Länge etwa 8 bis 25 EUR pro Tür. Vor allem in Neubauten mit dicht schließenden Türen kann zu viel Lack im Falz dazu führen, dass die Tür nicht mehr sauber ins Schloss fällt.
Kassettentüren und Glasausschnitte
Kassettentüren brauchen mehr Zeit, weil Profile mit dem Pinsel vorgestrichen und Läufer schnell sichtbar werden. Planen Sie 30 bis 50 Prozent mehr Arbeitszeit ein. Bei Türen mit Glasausschnitt kostet sauberes Abkleben zusätzlich Zeit, dafür ist die Lackfläche kleiner.
Bei lackierten Glashalteleisten sollten Sie sehr dünn arbeiten. Dicke Lackschichten reißen an Fugen schneller. Eine scharfe Abziehklinge für Lackkanten kostet 3 bis 8 EUR und verhindert unsaubere Übergänge zum Glas.
Schallschutz und Türspalt
Ein Türspalt von 5 bis 10 mm am Boden ist in vielen Wohnungen normal, etwa für Luftzirkulation. Wer ihn komplett abdichtet, kann Lüftung und Feuchteverhalten verändern, besonders in Bad und Küche. Das ist kein Thema der Heizkostenverordnung, kann aber bei innenliegenden Bädern und dichten Neubauten praktisch relevant sein.
Wenn die Tür nach dem Streichen lauter ins Schloss fällt oder mehr Geräusche durchlässt, liegt es oft an entfernten oder verhärteten Dichtungen. Beim Austausch von Dichtungen und Beschlägen hilft der Beitrag Türbeschläge austauschen.
Kostenbeispiel: fünf Türen in einer 75 m² Altbauwohnung
Nehmen wir eine Mietwohnung in Leipzig, Baujahr um 1910, mit fünf weißen Kassettentüren, je etwa 200 cm hoch und 82 cm breit. Die Türen sind vergilbt, aber nicht abgeplatzt. Beschläge bleiben erhalten, zwei Zimmerschlösser werden ersetzt.
Für DIY fallen etwa 2,5 Liter Lack für 78 EUR, 2,5 Liter Grundierung für 42 EUR, Schleifmittel und Abdeckmaterial für 35 EUR, Rollen und Pinsel für 28 EUR sowie zwei Schlösser für 38 EUR an. Zusammen ergibt das rund 221 EUR, wenn vorhandenes Werkzeug wie Akkuschrauber und Schleifklotz bereits vorhanden ist.
Mit neuem Abdeckvlies, besserem Pinselset und kleiner Spachtelmasse steigt der Betrag schnell auf 260 bis 300 EUR. Der Zeitaufwand liegt realistisch bei einem langen Wochenende plus Trocknungszeit. Aus eigener Erfahrung ist es sinnvoll, nicht alle Türen gleichzeitig auszuhängen, weil Wege, Bad und Schlafzimmer sonst unpraktisch werden.
Ein Malerangebot für denselben Umfang kann bei 1.100 bis 1.600 EUR liegen, abhängig von Region und Vorzustand. Dafür erhalten Sie meist gleichmäßigere Oberflächen, weniger Staubbelastung und eine fachgerechte Ausführung der Profile. Bei hochwertigen Altbautüren kann das den Aufpreis rechtfertigen.
Zusammenfassung
- Zustand prüfen: tragfähiger Altanstrich, keine großen Abplatzungen, Tür schließt sauber.
- Mietrecht klären: bei auffälliger Farbe, Austausch, Kürzen oder starkem Abschleifen vorher schriftlich zustimmen lassen.
- Material kalkulieren: pro Standardtür 45 bis 85 EUR für Lack, Grundierung und Verbrauchsmaterial einplanen.
- Werkzeug nicht sparen: gute Lackrolle, feiner Pinsel und sauberes Abdeckmaterial verhindern sichtbare Fehler.
- Vorbereitung ernst nehmen: reinigen, anschleifen, spachteln und entstauben sind wichtiger als die Lackmarke.
- Zeit realistisch planen: pro Tür 3 bis 5 aktive Stunden plus Trocknung rechnen.
- Sonderfälle prüfen: Kassettentüren, Glasausschnitte, alte Beschläge und beschädigte Zargen erhöhen Aufwand und Kosten.
Häufige Fragen
Was kostet es, eine Innentür selbst zu streichen?
Für eine glatte Standardtür inklusive Zarge liegen die Materialkosten meist bei 45 bis 85 EUR. Wenn Grundierung, neue Rolle, Pinsel, Schleifpapier und Abdeckmaterial komplett neu gekauft werden müssen, sind etwa 75 EUR pro Tür realistisch.
Wie teuer ist ein Maler pro Innentür?
Ein Malerbetrieb verlangt häufig 180 bis 350 EUR pro Tür inklusive Zarge. Glatte Türen im guten Zustand liegen am unteren Ende, Kassettentüren oder stark beschädigte Altanstriche am oberen Ende.
Muss ich Türen in der Mietwohnung weiß streichen?
Während der Mietzeit dürfen neutrale Renovierungen meist vorgenommen werden, auffällige Farben können bei Auszug aber problematisch sein. Prüfen Sie Mietvertrag und Übergabeprotokoll und holen Sie bei starken Farbänderungen besser eine schriftliche Zustimmung ein.
Kann ich alten Lack einfach überstreichen?
Nur wenn der alte Lack fest haftet, sauber und matt angeschliffen ist. Auf Fett, glänzenden Flächen oder abblätternden Altanstrichen hält neuer Lack schlecht und kann nach kurzer Zeit abplatzen.
Welche Lackart eignet sich für Innentüren?
Für Wohnungen ist wasserbasierter Acryllack meist praktisch, weil er geruchsärmer ist und schneller trocknet. Für stark beanspruchte Türen sollte der Lack ausdrücklich für Türen, Fenster oder Möbel im Innenbereich geeignet sein.
Wie lange darf ich eine frisch lackierte Tür nicht schließen?
Staubtrocken ist Lack oft nach wenigen Stunden, belastbar aber erst nach mehreren Tagen. Schließen Sie die Tür in den ersten 24 Stunden nur vorsichtig und vermeiden Sie Druck im Falz, damit Dichtungen nicht verkleben.
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